Der Weiberfeind. 307
Guſtav. Von Einer!
Freiling. Und iſt das nicht genug?
Guſtav. Du hätteſt es weiter verſuchen ſollen!
Freiling. Einmal und nicht wieder.
Guſtav. Zudem biſt du nicht ohne Schuld.
Freiling. Meine Schuld war, daß ich ſie zu ſehr liebte, die Treuloſe!
Guſtav. Und ſie mit Eiferſucht ſo lange guälteſt, bis ſie mit dir brach!
Freiling. Ohne Eiferſucht keine Liebe.
Guſtav. Man muß vertrauen, ohne Vertrauen keine Liebe.
Freiling. Biſt du nicht eiferſüchtig?
Guſtav. Ich? Nein, ja,— das heißt ein Wenig. Doch nicht ſo wie du, du haſt es zu weit getrieben! Deine Braut ſollte mit Niemand tanzen!
Freiling. Sie konnte mit mir tanzen.
Guſtav. Mit Niemandem reden!
Freiling. Sie konnte mit mir reden!
Guſtav. Niemanden anſehen!
Freiling. Sie konnte mich anſehen!
Guſtav. Nun, wir werden in dieſem Punkte nicht einig Alſo es bleibt dabei, du beſuchſt mich nach wie vor um dieſe Stunde?
Freiling. Ich will es verſuchen! Als meine Braut mit mir brach, als ich ſtatt heißer Liebe den grimmigſten Haß gegen das ganze Geſchlecht fühlte, als ich hierher floh, mir dies Landgut kaufte, und Niemanden mehr ſehen wollte,
20*


