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Der Weiberfeind.
Zweiter Auftritt. Guſtav, gleich darauf Freiling.
Guſtav(eht ihr nach). Sie iſt ſo lieb, ſo gut ſo ver— ſöhnlich! Meine verdammte Eiferſucht. Doch, ich bin ja noch jung undder Verſtand kommt nicht vor den Jahren!
Fr eiking(tritt auf. Sein Anzug hat etwas geſucht Nach⸗ läſſiges, er trägt einen vollen Bart und ein Buch in der Hand). Guten Morgen!
Guſtav(ihm entgegen). Grüß dich Gott!
Freiling. Ich bin zurück.
Guſtav. Doch wohl und geſund?
Freiling. Ganz!
Guſtav. Und deine Geſchäfte?
Freiling. Sind abgemacht.
Guſtav. Glücklich?
Freiling. Ja, ich dankte Gott, als ich die Stadt im Rücken hatte, und wieder nach meiner ländlichen Einſamkeit fuhr! Wie geht es dir?
Guſtav. Seit vierzehn Tagen verheirathet, wie kannſt du fragen? Ich bin der glücklichſte Menſch unter der Sonne!
Freiling Copfſchuttelnd). Hm hm!
Guſtav. Das begreifſt du freilich nicht, du Weiber⸗ haſſer!
Freilin g(faßt ihn am Arme, immer tragiſch). O ja! Auch ich hoffte einſt ein Glück, auch ich hatte das Vorgefühl der Seligkeit,— doch, ich ward betrogen!


