Teil eines Werkes 
2. Th. (1827)
Entstehung
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Ich fuͤhle einen Durſt, den nur das Waſſer von ienem ufer ſilen kann.

56 eilte, feinen Wunſch zu erfuͤllen; dann ſetzten wir unſere Reiſe fort, und erreichten ge⸗ gen Abend ein kleines Dorf, rechts von St. Jean de Luz. Dort blieben wir die Nacht. Sehr fruͤh am andern WMorgen ſtand ich auf, denn ich wollte meinem Vaterlande den letzten Scheide⸗ blick zuwerfen. Ich ließ meinen Vater ſchla⸗ fend zuruͤck, und erſtieg die Spitze eines nahe⸗ Berges.

Auf den entgegengeſetzten Hoͤhen brachen ſich die erſten Strahlen der aufgehenden Sonne, und gewährten den Anblick einer maleriſchen, vielfach wechſelnden Beleuchtung. Hell und klar war die Luft, und deutlich konnte ich die Glocken der ſpaniſchen Heerden, und das Rufen der Fiſcher auf dem Meere hoͤren. Rechts und links erhoben ſich bald dicke Wolken, die Schneegebirgen gli⸗ chen und meinen Blick beſchraͤnkten; doch mir grade gegenuͤber lag das Land meiner Geburt, von der ganzen Pracht der eben aufgegangenen Sonne beſchienen. Der Himmel, die Erde, das Meer, Alles ſchien eben ſo heiter, als mein eige⸗ nes Herz bekuͤmmert war. Unangenehm beruͤhrte mich das Gefuͤhl, mein Vaterland ſo freundlich

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