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ihm hierauf raſch eine gute Nacht, und eilte, mit Thraͤnen im Auge, in ihr Zimmer hinunter.
Erſt kurze Zeit war ſie hier geweſen, als Kolmar an die Hausthuͤr pochte; vor Schreck waͤre ſie bei dieſem Tone faſt vom Stuhle gefal⸗ len. Er war vollkommen nuͤchtern, doch in ſehr ernſter Stimmung, und als er ſah, wie roth ſie ihre Augen geweint hatte, zog er ſie zu ſich, und kuͤßte ſie anſcheinend mit der größten Zartlichkeit. Das Herz des armen Weibes war zu voll, als daß ſie zu ſprechen vermocht haͤtte; doch ſchmiegte ſie ihre Arme um ſeinen Nacken, und ſchien in dieſem Augenblicke alle ihre Sorgen zu vergeſſen. Faſt ganz beruhigt fuͤhlte ſie ſich, als Kolmar mit einem fuͤrchterlichen Eide ſchwur, daß er ſie nach dieſer Nacht nie mehr kraͤnken wolle.
Die gute Margaretha war daruͤber ſo ſelig und froh, daß ſie aus Dank fuͤr ſeine ganz un⸗ gewoͤhnliche Guͤte und Freundlichkeit ſchon im Begriffe ſtand, ſich ihm zu Fuͤßen zu werfen, und ihm zu bekennen, daß ſie ihren Vetter im Hauſe verborgen, und alſo den erſten Ungehor⸗ ſam gegen ſeine Befehle als ſein Weib begangen habe. Zum Gluͤcke aber ſchwieg ſie, denn die Thraͤnen erſtickten ſie beinah, ſo war ihre beider⸗ ſeitige Stimmung, als ſie ſich Weittten⸗ zur Ruhe zu gehen.


