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Ausgewählte Erzählungen / aus dem Engl. des Thomas Hood. Frei übers. von Gustav Sellen
Entstehung
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ren durch das Land zog. Zuerſt war ſie uͤber ſeinen Anblick ſehr erfreut, denn ſie hatte ihn mehrere Jahre nicht geſehen; ſogleich aber ſank ihr auch wieder der Muth, indem ſie bedachte, daß ſie ihm ſo gar nichts zu bieten vermoͤchte; denn wenn Kolmar erfuhr, daß ſie ohne ſein Wiſſen und Willen auch nur eine Rinde Brod weggegeben haͤtte, ſo ſchlug er ſie ganz beſtimmt. Dennoch bat ſie ihren Vetter, herein zu kommen, und bei ihr auszuruhen.

„Ach,“ ſagte ſie,„ich kann dir nichts zum Abendeſſen geben, denn ich habe nicht einen Biſ⸗ ſen im Hauſe, und was noch ſchlimmer iſt, ich darf dir nicht einmal ein Nachtlager anbieten⸗ denn mein Mann iſt ſehr zuruͤckhaltend und arg⸗ woͤhniſch, und kann die Gegenwart eines Frem⸗ den nicht dulden. Fände er einen bei ſeiner Ruͤck⸗ kehr hier, ſo wuͤrde er mich gewiß mißhandeln, obgleich er bei andern Gelegenheiten guͤtig ge⸗ nug iſt.“

Der Vetter dachte einen Augenblick uber dieſe Worte nach, und ſagte dann:„Margaretha, ich ſehe wohl, wie Alles ſteht. Doch ſey nicht muth⸗ los; die beſten Haͤuſer konnen bei der unerwar— teten Ankunft eines Gaſtes unvorbereitet gefun⸗ den werden. Du ſollſt ſehen, daß ich auf der⸗ gleichen kleine Unfälle gefaßt bin.— Hier iſt