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ohne ſich einmal gegen ihren Mann zu beſchwe⸗
ren. Aber noch Aergeres erwartete ſie, denn
wenn Kolmar ſeine Kontrebande durch die Wach⸗
ſamkeit der Behörde oder durch Verrätherei von Spionen einbuͤßte, ſchlug er ſeine Frau auf das Grauſamſte. Sie verbarg dieſe Behandlung aber vor Jedermann, indem ſie hoffte, ihn durch ihre Sanftmuth einſt noch guͤtiger zu ſtimmen; des⸗ halb machte ſie ihm auch nie anders Vorwuͤrfe, als durch truͤbe ſorgenvolle Blicke, deren ſie ſich, nicht zu erwehren vermochte; denn oft druͤckte die ſchwere Hand des Mangels ſie eben ſo zu Bo⸗ den, wie die unverdienten Zuchtigungen Kolmars. Auf dieſe Weiſe ſchwand ihre Schonheit zugleich mit ihrer Kraft, und ſie ward ihrem Manne, endlich ſo widerlich, daß er ſie ohne Verzug er⸗ mordet haben wurde, wäre er nicht eben ſo vor⸗ ſichtig und liſtig geweſen, als grauſam. Jetzt
aber ließ er ſie faſt verhungern, indem er die
groͤßte Armuth vorgab; Margaretha murrte dar⸗ uͤber niemals, doch machte ſie ſich im Stillen viel⸗ fältigen Kummer uͤber die Verluſte ihres Mannes. Eines Tages, als ſie, uͤber ihr hartes Loos nachdenkend, bei ihrer Näherei ſaß, horte ſie leiſe an die Thür klopfen. Sie ging, um zu ſehen, wer da ſey, und erblickte ihren Vetter, einen Hauſirer, welcher mit ſeinem Buͤndel Waa⸗


