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Ausgewählte Erzählungen / aus dem Engl. des Thomas Hood. Frei übers. von Gustav Sellen
Entstehung
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weſen waͤre, um ſeine gluͤckliche Ankunft in Ma⸗ drid zu erfahren. Wir wurden jetzt ernſthaft um ihn beſorgt, und ſchrieben ſogleich ſeinetwegen an ſeinen Advokaten in Madrid einen Brief. Die Antwort brachte den herbſten Kummer uͤber uns. Der Onkel war gar nicht nach Madrid gekom⸗ men, und die Richter, welche ihm wohl wollten, fuͤrchteten von ſeinem Ausbleiben den unguͤnſtig⸗ ſten Erfolg fuͤr ſeinen Prozeß. Iſabella war in Verzweiflung. Ihre Thraͤnen ſtrömten mit er⸗ neuerter Heftigkeit; ſie quälte ſich durch die bit⸗ terſten Selbſtvorwuͤrfe, und das liebreichſte Zu⸗ reden von meiner, wie von Antonio's Seite, ver⸗ mochte nicht, ſie daruͤber zu troͤſten, daß ſie ihre kindliche Pflicht ſo unverantworlich verletzt habe. Sie war von Natur aͤußerſt religiös, und die Vorwuͤrfe ihres Beichtvaters vermehrten nicht nur ihre Verzweiflung, ſondern dienten auch noch dazu, daß ſie ſich ſelbſt eine harte Buße auferlegte, die uns in die groͤßte Betruͤbniß verſetzte.

Ich war mit Antonio uͤbereingekommen, daß wir uns ſogleich aufmachen wollten, meinen Oheim auf verſchiedenen Straßen zu ſuchen. Mit Ta⸗ gesanbruch, am Morgen nach dem Tage, an wel⸗ chem wir den Brief des Advokaten empfangen hatten, waren wir bewaffnet und beritten, und im Begriffe, unſer trauriges Geſchaͤft zu begin⸗