XVIII.
Cythere ſah einſt deinen rothen Mund, Um den ein weißer Zirkel rund 5 Herum ſich zieht; wie wenn des Künſtlers Hand Ko⸗ rallen Mit weißem Elfenbein umgibt, Sie ſah ihn und rief ſchnell die flatternden Vaſallen, Die Liebesgötter, her, was hilfts, ſagt ſie betrübt, Daß einſt auf Ida's Höhn mein Purpurmund ge⸗ fallen, Daß ich dadurch zwey Göttinnen beſiegt, Und aus der Hand des ſchäferlichen Richters Den Preis erhielt, wenn nun durch dieſes Dichters Vermeſſenes Saitenſpiel mein Ruhm darnieder liegt? Er ſinget, daß der Mund Neärens(o ich glühe Vor Rachbegier und Scham!) den meinen überblühe. Drum auf, ihr Kinderchen! wenn eurer Mutter Schmerz, Wenn ihre Schmach euch rührt; ſo werdet meine Rächer und leeret jenen ganzen Köcher, Der ſpitze Pfeile trägt, den leeret in ſein Herz! Doch in das Herz Neärens ſchießet Nur Pfeile, deren Bley es vor der Liebe ſchließet*).
*) Eine Anſpielung auf die zwey Arten Pfeile, die Hvid im J. Buch der Verwandlungen beſchreibt. Die
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