Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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XVI.

g⸗ Schön wie vom Thau der Nacht nie Morgenroſen glühten, O Liebchen glüht dein Mund, benetzt vom Kuß der Nacht; Rings glänzen Lilien, wie wenn ein Kirſchbaum Blü⸗

me then 1 Zugleich und Früchte trägt, voll Herbſt und Som⸗ merpracht. Doch weh mir! wenn dein Mund gerad' am ſchön⸗

ſten pranget, Des Morgens ſchiebſt du mich hinaus zur Hin⸗

terthür. H daß dieß Roth ſo kurz auf deinen Lippen hanget, und weg iſt, kehr' ich Nachts nun wiederum zu bir Doch wenn ſich unter Tags, wo ich durch Haine ſchleiche

Und dich nur denke, je dein ſüßer Mund erkeckt Und Andre küſſet; dann deck' ihn die Todesbleiche, Die jetzo das Geſicht mir Liebeskranken deckt. 3

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Gebichte. I. Th⸗