Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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So, Freund, belohnt der Menſch; er bleibt ſich immer gleich, 650

Undankbar in dem Königreich,

Undankbar in dem Schooß der Freyheit; nichts vermögen

Wohlthaten über ihn, und dennoch wollten wir

Ihm dienen, nicht ob ſeiner Dankbegier,

Der Götter nur und unſres Herzens wegen.

Wir haben dieſer Pflicht, ſagt Numa, gnug

gethan,

Und unſer Blut für's Vaterland vergoſſen,

Doch dieſes hat uns ausgeſtoßen,

Und wir gehören nun uns ſelber wieder an.

Laß uns forthin allein uns ſelber leben, 660

Laß uns von Menſchen fern in Wüſteneyen ziehn;

Erkenntlicher als ſie, wird auf dem Apennin,

Von unſrer Hand gepflegt, die Erd' uns Nahrung geben.

Und Freundſchaft ſchmück auf unſerm Weg zum Grab

Mit Blumen uns des Lebens Wanderſtab.

Er ſchweigt und Himmelsfunken glänzen

In ſeinem Blick; der edle Leo fällt

Ihm zärtlich um den Hals, bis, ſchwört er, wo die

Welt

3 Die Säulen des Alcid begränzen,

Folg' ich dir nach; der Liebe Bitterkeit 670 . Vergiftete bereits zu viele meiner Stunden.

Der Freundſchaft ſeyn die folgenden geweiht! O fühlteſt du, ruft Numa, auch die Wunden Von dieſer wüthenden Despotinn? trifft ihr Schmerz

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