Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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Die er erfocht, ſich der Geliebten ſchämend, Und flüchtet ſich in das beſiegte Land.

Schon iſt er außer dem Gebiethe Des Romulus und ſieh! im finſteren Gemüthe 600 Wird's wieder Licht, die Stadt Vitellia Steigt nun vor ihm empor, und ihren Mauern nah' Ergießet ſich ein Storm; er zieht an den Geſtaden Bis zu dem Fuß des ſchönſten Hügels fort. Ihn ſcheinet eine Grotte dort In ihr vertraulich Kühl zu laden, Er tritt hinein. Ein junger Held, bedecket Mit einer großen Löwenhaut, Liegt an den Rand der Quelle hingeſtrecket. Iſt's möglich? Leo ſelbſt. Der frohe Numa ſchaut 610 Ihn prüfend an, bis er dem Auge traut. Er wollte ſelbſt den Held zu ſuchen gehen, Wollt' ihn, den er als tapfern Feind Gefunden hat, als edlen Freund Nun finden und bey ihm um eine Zuflucht flehen.

Er ſtürzt an ſeine Bruſt, ſo bald er ihn er⸗

kannt;

Ich ſuchte dich, ſo riefen, von der Freude

Des Wiederſehns berauſchet, beyde.

Pon meinem Volk, fuhr Leo fort, verbannt

Floh ich nach Rom zu meinem Ueberwinder. 620

O ſprich von Ueberwinden nicht!

Von Liebe ſprich! das Glück verfährt wohl nicht gelinder

Mit Leo als mit Numa; doch es flicht

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