Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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Doch feſſelte mich jungfräuliche Scham Und Römer⸗Stolz, der, wenn zu meinen Füßen Oft Könige gekniet, gefühllos niederſah. 280 Allein verzeih'! Herſilia Muß dieſen Stolz nun bitter büßen, Den damahls ſchon ihr eignes Herz gerächt. Da knieet ſie, Rang, Thaten und Geſchlecht Vergeſſend, kniet ſie da, ſich Mitleid zu erflehen, Geh' jetzt und fahre fort, auf ihren Stolz zu ſchmä⸗ hen. Sie ſprach's. Der arme Numa ſtand, Die Bruſt beklemmt, die Augen weggewandt; Er wagt es nicht auf ſie zu blicken, Da ihrer Stimme ſanfter Klang 290 Dem Liebenden ſchon in die Seele drang. Er, nun geneigt, ſich ſelber zu berücken, Denkt ihren Gründen nach mit gläubigem Ent⸗ zücken, Sein feſter Vorſatz ſchmilzt, wie auf der Berge Hoh An Titans ſtärkerm Strahl der aufgehäufte Schnee. Er wankt bereits, da tritt des Mavors alter Die⸗ ner, Der tapfre Metius, in's Zimmer, unterbricht Die Unterredung, naht dem Prinzen ſich und ſpricht Mit ſtrengem, ernſten Ton: Die trauernden Sabiner Sind durch den Tod des Tatius verwaiſt 300 Und flehen Herr, daß du nunmehr ihr Vater ſeyſt. Man brennet, dich zu ſehn, dich, ſeiner Tugend Erben, Somm, lange ſchon gelehrt, die Herzen zu er⸗ werben,