Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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nEid, Leiden

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Er löſche ſie, doch nur in meinem Blute.

So ſagt er Tatien; und ſie, die lange ſchon, Doch hoffnungslos, für ihn die ſtärkſte Liebe nähret, Trinkt gierig ſeiner Stimme Ton, 200

Bewundert zärtlicher als jemahls und verehret

Den edelmüth'gen jungen Mann,

Und nimmt erröthend ihn zu ihrem Schutzgott an. Er faßt nun ihre Hand und ſchwöret

Nun, ſeit ihn Romulus bedroht,

Entſchloſſener als je, ihr Treu' bis in den Led. Dann denket er daran des guten Königs Reſte

Zu ehren, wie ſich's ziemt, mit prächt'gem Leichenfeſte.

Früh bey Aurorens erſtem Schein

Eilt ſchon ein Trupp Sabiner in den Hain, 210 Damit ſie Bäume dort zum Scheiterhaufen fällen. Der edle Ruma hält's für eine ſüße Pflicht,

Sich auch zu ihnen zu geſellen.

Schon will er eilen, doch täuſcht ihn ſein Auge

nicht? Er ſieht Herſilien in ſeinen Weg ſich ſtellen Und um ein heimliches Gehör

Demüthig flehn? Weh ihr! es iſt nicht mehr

Die Viegtinn⸗ die ihr Schwert in Heldenbuſen drückte

Und erſt voll Wuth und Hohn auf Numa nieder⸗ blickte,

Ein Hohn, der durch ſein Herz gleich einem fuhr. 220

Es iſt die Liebende, die Unglückſel'ge nur.

Ihr Buſen ſteiget auf und nieder unter bangen