Teil eines Werkes 
1. Theil (1812)
Entstehung
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Dien' er als Prieſter hier am heiligen Altar.

21 n

Aus dieſem iſt Pompilius entſproſſen,

Dem dich Pompilia, ſein trefflich Weib, gebar.

Seit dem Vermählungskuß iſt dieſem edlen Paar

Das zweyte Luſtrum ſchon verfloſſen, 190

Eh' noch ein Erbe ſie beglückt.

Ach! dieſe war die einzige der Sorgen,

Die deiner Mutter Herz gedrückt.

Oft hab' ich, eh' der graue Morgen

Sich auf den Bergen wies, im Tempel ſie erblickt.

Einſt horcht' ich zu, da drang aus ihres Herzens

Mitte

Ins Ohr der Göttinn dieſe Bitte:

O Ceres, gib, daß bald ein Sohn

Die zarten Händchen meinem Gatten

Entgegen ſtrecke! Gern will ich dann zu den Schat⸗ ten, 200

Zu deines Eidams ſchwarzen Thron

Noch vor der Zeit hinunter ſteigen.

Nur ſeh' ich über unſern Sohn

Dich, mein Pompilius! im Freudenrauſch dich beugen,

Ihn küſſen, ihn mir danken, und, durchbebt

Vom wonnigſten Gefühl, in Thränengüſſen baden;

Dieß ſeh' ich, und dann reißt, ihr Parzen, meinen Faden.

Denn die als Mutter ſtirbt, hat lange gnug ge⸗ lebt.

Auch ſey der Sohn, den deine Huld uns ſchenket,

Dir, Göttinn, wiederum geſchenket. 210

Bis in ſein zwey Mahl neuntes Jahr