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So flehte ſie, und mein Gebeth ſtieg als Ge⸗ fährte Des ihrigen empor; ſie ging getroſtet fort. Die Schweſter Jupiters erhörte Die fromme Betherinn, und nahm ſie auch beym Wort. Bald kam Pompilia in unſern Tempel wieder Und ſagte mir, daß nun ihr Schooß geſegnet ſey. Sie warf ſich vor der Göttinn nieder. Und brünſtig, wie ihr Bittgeſchrey, 220 War auch ihr Dank. In Wonne ganz verſunken Und jetzo ſchon von Mutterfreuden trunken, Ließ ſie von keiner Sclavinn Hand Auch nur ein Kleidchen, nur ein Leinen, nur ein Band Für dieß geliebte Kind bereiten. Sie war allein damit beſchäftigt früh und ſpat, Indem ſie ſelbſt die kleinſten Kleinigkeiten Mit eiferſücht'ger Liebe that. Pompilia trug die geliebte Bürde Im neunten Monath ſchon. Durch eigner Bothen Mund 230 Macht' itzo Romulus in unſerm Lande kund, Daß er ein großes Feſt dem Conſus feyern würde. Du weißt, wie ſehr man hier des Conſus Gottheit ehrt, Der klugen Rath Unſchlüſſigen gewährt. Drum ſah man unſer Volk nach Rom, das wenig Meilen Entfernt iſt, zu dem Feſt in Prunkgewändern eilen.
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