Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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ben; und ſie darnach bilden. Auch wurde Ddie Treue für ſo ehrwürdig, für ſo unverbrüchlich angeſehen, daß jedes Bürgers Verſicherung auf ſeine Treue ſo viel, als der hoͤchfte Schwur und mehr, als jedes Zeugniß, galt; und wenn einer mit dem andern über einen ohne Zeugen ge⸗ ſchloſſenen Vertrag uneins war; ſo entſchied die bloße Lrene des einen Theiles die Uneinigkeit, und ließ es mit dem Streite nicht weiter kommen. Die obrigkeitlichen Per⸗ ſonen und die Richter endigten die meiſten Prozeſſe da⸗ duich, daß ſie einem Theile den Schwur auf Treue und Glauben auftrugen. Dieſes alles erdachte Numa, den Men⸗ ſchen die Mäßigung zu empfehlen, und ſie zur Gerechtig⸗ keit zu verhalten. Er brachte hierdurch im Roͤmiſchen Staa⸗ te eine ſolche Hrdnung hervor, als kaüm in einem ſehr wohl eingerichteten Hauſe herrſchen kann.

Jetzt will ich von den Mitteln teden, deren er ſich bediente, die Induſtrie ſeiner Bürger zu wecken, und zu machen, daß ſie an nothwendigen und nüßlichen Dingen keinen Mangel litten. Da er einſahe, daß eine Stadt, wenn ſie die Gerechtigkeit liebte, und die Mäßigung bey⸗ behalten ſoll, an allen Lebensmitteln Ueberfluß haben muß, ſo theilte er das Land in Pagos oder Bezirke, und beftellte über jeden Bezirk eine obrigkeitliche Perſon, wel⸗ che die Aufſicht darüber füͤhren, und fleißig darin herum gehen mußte. Auf dieſen ihren öfteren Gaͤngen zeichneten ſie ſchriftlich auf, welche Aecker wohl, und welche ſchlecht gebauet wurden, und zeigten es dem Könige an⸗ Dieſer