Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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deu; dieſe Erloſchung geſchehe nun aus was immer für einer Urſache, immer halten ſie die Römer fuͤr das ſchreck⸗ lichſte Uebel und für eine Vorbedeutung vom Untergange der Stadt. Sie tragen dann nach vielem Sohnungsge⸗ praͤnge das Feuer wieder in den Tempel, wovon ich an ſeinem Hrte reden werde. Sehr merkwuͤrdig iſt die au⸗ genſcheinliche Hulfe, welche die Götlinn unſchuldig ange⸗ klagten Jungfrauen geleiſtet hat. Die Roͤmer glauben es, ſo ſonderbar es auch klinget, und die Geſchichtſchreiber haben ſich weitläufig darüber heraus gelaſſen. Die atheiſti⸗ ſchen Philoſophen(wenn anders ihre Lehre den Rahmen Philoſophie verdient) werden, ſo wie ſie alle Erſcheinun⸗ gen der Goͤtter bey Griechen oder Barbaren derwerfen, auch dieſe Geſchichten belächeln und für menſchliche Prah⸗ lerey erklären, gerade als ob die Götter ſich nicht um uns bekuͤmmerten. Wer aber den Göttern die Sorgfalt für die Menſchen nicht abläugnet, wer glaubet, daß ſie dem Guten geneigt ſind, den Böſen erzürnt, wird, wenn er auf viele ſolcher Geſchichten ſtoͤßet, auch dieſe Wunder nicht unglaublich finden. Man erzaͤhlet, daß einmahl das Feuer aus Rachläſſigkeit der Aemilia erlöſchte, welche die Wache hatte, und ſolche einer neu angenommenen und erſt kürzlich unterrichteten Junsfrau übertrug. Die ganze Stadt gerieth in eine große Beſtürzung und die Dberprieſter unterſuchten, ob nicht die Jungfrauen ein Verbrechen bey Bewahrung des Feuers begangen haben. Da hat nun die unſchuldige, aber durch dieſen Vorfall

aus aller Faſſung gebrachte Aemilia in Gegenwart der