Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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am ſchönſten Hrte der Stadt, niemand außerhalb den Mauern. Auch hat er keine Jungfrauen zum Dienſte der Göttinn beſtimmt, weil er ſich, wie es ſcheint, auf das Schickſal ſeiner Mutter erinnerte, die ihre Jungfrauſchaft im Dienſte der Goͤttinn verlor. Wäre es nicht unſchick lich geweſen, wenn er eine der Unzucht ſchuldige Prie⸗ ſterinn nach den väterlichen Geſetzen hätte beſtrafen wol⸗ len? Wuͤrde er hierdurch nicht den Schimpf ſeiner eige⸗ nen Fomilie in friſches Andenken gebracht haben? Aus dieſen Gruͤnden hat er wohl weder einen oͤffentlichen Tempel der Veſta erbauet, noch Jungfrauen zu ihrem Dienſte beſtellet, ſondern jeder der dreyßig Curien fuͤr die Andacht ihrer Mitglieder eine beſondere Opferſtaͤte gebauet, und nach einem in den aͤlteſten Griechiſchen Städten noch üblichen Gebrauche den Curionen die Hpfer⸗ pflicht aufgetragen. Denn ihre Prytanea ſind oͤffentliche heilige Plaze, wo die erſten Staatsbeamten den Prie⸗ ſterdienſt zu verrichten pflegen. Als Numa zur Regierung kam, ließ er zwar noch die beſondern Opferſtaten der Curien ſtehen, erbaute aber doch eine gemeinſchaftliche, auf einem mitten zwiſchen dem Capitoliniſchen und Pa⸗ latiniſchen Hügel gelegenen Plaßze, denn beyde Huͤgel waren ſchon mit den Stadtmauern umgeben. Auch ver⸗ ordnete er, daß der Gottesdienſt Jungfrauen ſollte an⸗ vertraut werden, wie es die väterlichen Geſeze der La⸗ teiner mit ſich brachten. Was in dieſem Tempel verwah⸗ ret wird, und warum Jungfrauen die Aufſicht darüber

vertrauet iſt, weiß man nicht. Einige meinen, es werde