Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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nichts darin verwahrt als das Feuer, welches jedermann ſiehet. Warum man es abet lieber Jungfrauen als Män⸗

nern vertraue, geben ſie dieſe nicht unwahrſcheinliche Ur⸗

ſache, daß eine Jungfrau, gleich dem makelloſen Feuer,

unbefleckt, und der keuſcheſten Goͤttinn die reinſte Crea⸗ tur die angenehmſte ſey. Daß man aber das Feuer der Veſta heilige, geſchehe darum, weil ſie als Erde den Mittelpunct der Welt einnehme, und alſo aus ihrem Schvoße das üͤberirdiſche Feuer entzundet werde. Andere behaupten, es wären außer dem Feuer noch andere im Tempel der Göttinn verborgene Dinge, die Hierophanten und Jungſrauen wüßten es wohl, dem Volke aber bliebe es ein Geheimniß. Einen wichtigen Beweis ziehen ſie aus dem, was ſich bey einem Brande des Tempels zutrug, und zwar zur Seit des erſten Puniſchen Krieges, der we⸗ gen Siciliens zwiſchen Rom und Carthago ausbrach. Denn da der Tempel in Flammen ſtand, und die Jungfrauen entflohen, ſo hat einer der Prieſter Lurius Cäcilius, Me⸗ tellus zubenannt, ein Conſular, der die Carthaginenſer in Siecilien üͤberwand, und 133 Elephanten in dem be⸗ rühmten Triumphe mitführte, ſeine eigene Sicherheit der öffentlichen nachgeſeßt, hat es gewagt, ſich in das bren⸗ nende Gebaude zu fürzen, und die von den Jungft uen zurück gelaſſenen Heiligchümer aus dem Feuer zu retten. Deßhalb erwies man ihm große Ehren von Seite des Staates, wie die Inſchrift der Statue zeiget die man ihm auf dem Capitol errichtet hat. Dieſe von niemanden bezweifelte Geſchichte ſiutzt jeder mit ſeinen eigenen Muth⸗ Numa Pompilias. 11. Th⸗ N