Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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Wie oft der ſteilſten Felſen Höh'

Erklettert, dort ein Gemschen oder Reh'

Mit meinem ſichern Pfeil zu fällen

Und dieſes ſtärkende, wohlſchmeckende Gericht

Auf meiner Mutter Tiſch zu ſtellen,

Es iſt für ſie, dacht' ich und ſcheute nicht

Den Froſt, den Sonnenſtrahl, Gefahren und Be⸗

ſchwerde, Und kam ich Abends heim mit meiner kleinen Her⸗ de, 30

So hielt ich ſchon von fern die theure Beut' empor.

Die Mutter küßte mich und wollte ſie nicht nehmen,

Und warf mir, daß ich viel gewaget, zärtlich vor.

Ach! ſagte ſie, der Krankheit Schmerzen lähmen

So lange ſchon die Glieder mir,

Und ketten mich hier an; ſonſt, Theurer, folgt' ich dir.

Das Ungemach, das ich mit dir erlitte,

Wär' mir erwünſcht, und theilt' ich ſie

Mit meinem Sohn, gering' all die Gefahr und Müh'.

Wie groß, wie einſam dünkt mich unſre kleine Hütte, 40

Wenn du darin nicht biſt; ich zähle jeden Tag

Vom Augenblick, da du des Morgens mir ent⸗ ſchwunden,

Die träg' entſchleichenden Secunden,

Bis du zurücke kehrſt, an meines Pulſes Schlag.

Urtheile nur von jenen Angſtgefühlen,

Die, Meſſern gleich, in dieſem Buſen wühlen,

Wenn ich im Geiſt dich bald von ſteiler Höh'

In einen Abgrund gleiten ſeh',