Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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heit zu fliehen, wo ihre Tugend bedroht würde, in ihrem Entſchluſſe wieder wanken. Zuletzt war doch die Rückſicht auf ihres Benjamin Beſtes ſtärker als Alles. Claudine beſchloß, nach reifer Ueberlegung, zu Herrn Belton zu gehen, ihm mit Efer zu die⸗ nen, ihm Liebe für ſeinen Sohn beyzubringen, aber ihm ſorgfältig zu verbergen, daß ſie jene Elaudine ſey, die er zu erkennen ſchien. Sie bereute, daß ſie zu viel geſagt hatte, und nahm ſich feſt vor, nicht ein Wort beyzuſetzen, daß den Engländer vollkom⸗ men unterrichten könnte.

Mit dieſem Entſchluſſe ging ſie den andern Mor⸗ gen zu Belton, der ſie ſehr gut aufnahm. Der Eng⸗ länder ſetzte ihr eine hübſche Beſoldung aus, wies ihr und dem Benjamin ein Zimmer an, und gab Befehl, daß man ihnen auf der Stelle Kleider ma⸗ chen ſollte. Nach dieſen Präliminatien wollte Herr Belton die geſtrige Unterredung fortſetzen, und frag⸗ te ſeinen neuen Bedienten über die Schweſter aus, von der er geſtern Meldung gethan harte. Aber Clau⸗ dine unterbrach ihn. Mein Herr, ſagte ſie, meine Schweſter lebt wohl nicht mehr; ſie wird vor Elend, Verdruß und Reue geſtorben ſeyn. Unſere ganze Fa⸗ milie hat ihr Elend beweint, und die nicht dazu ge⸗ hören, ſind vielleicht nicht berechtiget, uns an eine ſo traurige Geſchichte zu erinnern. Belton, mehr als jemahls über den Ton und den Verſtand Clau⸗ dinens erſtaunend, hörte in dieſem Augenblicke zu fra⸗ gen auf; aber faßte viel Hochachtung und eine wah⸗ re Freundſchaft gegen dieſen ſonderbaren Jüngling.

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