erkannt hatte, hebt alſogleich die Bürſte auf, und will mit ſeinen noch ſchwachen Händchen die Arbeit Claudinens fortſetzen, die noch immer unbeweglich die Augen auf den jungen Engländer heftete. Herr Belton fragt Claudinen mit Erſtaunen, warum ſie inne hält, und lacht über die Bemühungen des Kin⸗ des, deſſen Geſtalt ihm wohlgefällt. Claudine faßt ſich nun wieder, entſchuldigt ſich mit einer ſo ſüßen Stimme, mit ſo ſchicklichen Worten, daß der Eng⸗ laͤnder noch mehr erſtaunt, und ſie über ihr Vater⸗ land und ihr Schickſal ausfragt. Claudine antwor⸗ tete mit ruhiger Miene, daß ſie und ihr Bruder zwey Waiſen wären, daß ſie auf die Art, wie er es ſähe, ihr Brot gewännen, und beyde in dem Thale von Chamouny geboren wären. Dieſer Nah⸗ me wirkte lebhaft auf Herrn Belton. Er ſah Clau⸗ dinen ſteif an, und da er einige Züge wieder zu erkennen glaubte, die er noch nicht vergeſſen hatte, fragte er ſie um ihren Nahmen. Ich heiße Claude, ſagte ſie.— Und du biſt von Chamouny? Ja, mein Herr, und zwar von dem Dorfe Prieure.— Haſt du keinen Bruder mehr?— Nein, mein Herr, nur den Benjamin.— Keine Schweſter auch nicht?— Ja wohl, zu dienen.— Wie heißt dei⸗ ne Schweſter?— Sie heißt Claudine.—— Clau⸗ dine?— Ja, das iſt ihr Nahme.— Wo iſt ſie? — Ich weiß es nicht.— Du weißt es nicht; wa⸗ rum nicht?— O aus pielen Urſachen, mein Herr, die ſie nicht intereſſiren, und mich weinen machen würden. Wirklich hatte ſie die Thränen in den Au⸗ gen. Herr Belton betrachtete ſie und ſchwieg. Clau⸗
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


