Zeit brauchte, einen Sous zu verdienen. Aber bald bekam ſie einige Fertigkeit, und die Sache ging viel beſſer. Claude, klug, munter, leicht auf den Füßen, beſorgte die Aufträge des ganzen Stadtvier⸗ tels. Benjamin ſetzte ſich in ihrer Abweſenheit auf den Schämmel, und gab Acht darauf. War ein Brief oder ein Packet wohin zu tragen, ein Käſt⸗ chen in ein Zimmer oder Flaſchen in den Keller hinab zu bringen, ſo ward immer Claude vor Allen andern herbey gerufen. Alle Bedienten, Thorſteher und faulen Köchinnen bedienten ſich ſeiner als eines vertrauten Menſchen, und manchen Abend brachte Claude einen Thaler mit nach Hauſe, den er ſich verdient hatte.
Dieſer Verdienſt war mehr, als er brauchte,
und Benjamin, der zuſehends wuchs, wurde mit jedem Tage ſchöner und von jedermann geliebkoſet.
Dieſes ziemlich glückliche Leben währts länger
ſie in als zwey Jahre. Ein Mahl erblicken Claddine und mie⸗ ihr Sohn, da ſie auf dem Burgplatze ſtehen und ofe, ſich eben beyde bücken, den Schämmel zurechte zu einen ſtellen, einen Fuß auf demſelben. Claudine nimmt und alſobald ihre Bürſte, und ohne den Herrn des ih⸗ Schuhes anzuſehen, fängt ſie hurtig ihre Arbeit zurg⸗ an. Als das Schwerſte gethan war, hebt ſie den abzu⸗ Sopf quß Die Bürſte faällt ihr aus der
Hand; ſie bleibt in einer Betäubung da ſtehen.
Belton iſt es, den ſie erkannt hatte. Der kleine Benjamin, der keine Zerſtreuung und niemanden


