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Ueber die Feuersbrunnſt in Bruck an der Muhr.
Ior Menſchenfreunde hört, doch kein erdichtet Lied, Worin die Kunſt durch falſche Leiden täuſchet. Die Wahrheit iſt's, die eure Thränen heiſchet; Auch ſelbſt die kühnſte Dichtung ſieht
Bey dieſem Unfall weit von ihr ſich übertroffen. So großes Elend darf auf thätig Mitleid hoffen.
Dort, wo von Salzburgs Felſen her
Die Muhr durch Steyermarks fruchtbare Thäler fließet,
Sechs Meilen, eh' ſie Grätz mit blauem Arm umſchließet,
War eine Stadt; denn ach! es iſt nicht mehr,
Das unglückſel'ge Bruck! Zerfallene Gemauer
Bezeichnen, wo es ſtand; ſonſt alles fraß das Feuer.
Kaum fuhr aus Einem Dach die Flamme roth empor, Als links und rechts der Sturmwind ſie verſandte, Und manches Haus, bedeckt mit Holz, mit Stroh, mit Rohr,
In einem Augenblicke brannte. Pergebens eilte man zum Löſchen bang herbey: Ach! Sturm und Feuer war geſchwinder, Und jeder fühlte bald, daß Aeltern, Weib und Kinder Ein theurer Gut als Haus und Scheuer ſey.
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