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Heut biſt du,(Phryne ſelbſt kann nicht gefällger ſeyn,)
Gefällig gnug, das Buſenband zu löſen,
Und morgen hülleſt du in neidiſche Trompeuſen
Die ganze Bruſt mit Nonnenſorgfalt ein.
Jetzt ſdeſt du das Haar mit Edelſteinen,
Und jetzt den Hals und jetzt das Mieder an;
Jetzt machſt du gar dadurch die Ohren länger ſchei⸗ nen.
Jetzt läſſeſt du dich weißer, als ein Schwan,
Jetzt bunter, als der Schweif der Pfauen,
Geflammt, geblümt, gemuſcht, geſtreift, gegittert ſchauen:
Kurz Proteus, das verſichr' ich dich,
Selbſt Proteus iſt nicht ſo veränderlich.
Noch lächerlicher macht dich, Schweſter, dein Be⸗ ſtreben,
Auch die Geſichter zu erheben,
Die Alter oder Häßlichkeit
Mit Antigratien zum Ekel überſtreut.
Du armes Ding! mit allem Ueberkleiſtern,
Mit allem Schminken läßt ſich die Natur nicht
„ meiſtern,
Medea, deren Kunſt Aeeten jung gekocht,
Der Zaum des Maulthiers, Gloriande,
Alcine ſelbſt, die doch zu blenden nur vermocht,
Sind leider aus dem Feenlande.
Drum dächt' ich, Kind. Ich aber, unterbricht
Die Mode ſie, ich aber dächte,
Der Eifer ſteh' nicht fein dem ſanfteren Geſchlech⸗
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