Du thäteſt wohl daran, dein niedliches Geſicht,
Ein Bißchen weniger zum Spotten zu verzerren
Und deinen Roſenmund mit einem Schloß zu ſperren,
Dem Schloß Beſcheidenheit. Furwahr! ich faſſ' es nicht,
Wie du ſo ganz aus allen Schranken
Des Wohlſtands treten kannſt und höhnen, ſtatt zu danken,
Zu danken— ja! denn ſage mir,
Kommt wohl ein einzig Werk je rein aus deinen Händen?
Muß ich nicht mit des Putzes Zier
Die Fehler, die du machſt, dem Forſcherblick ent⸗ wenden
Und, was du anfingſt, klug vollenden?
Ich armer Ramler feile dir
Dein rauh Gedicht, und du mißhandelſt mich dafür!
Amalien zum Beyſpiel gabſt du Wangen,
Die Trotz den deinigen mit friſchen Roſen prangen.
Schwarz färbteſt du ihr langes ſeidnes Haar,
Du machteſt rund und weich ihr Händchen, machteſt heller,
Als ein Geſtirn, ihr Augenpaar.
Doch ihre Bruſt blieb platter, als ein Teller.
Sie jammert mich, ich hohl' aus der Türkey,
Damit ſie ſich nicht ſchämen dürfe,
Ein Buſentuch für ſie; ſie trägt's und wird dabey
Als ſittſam noch gerühmt;— mit Einem Stein
„ zwey Würfe! In Dophnens Aug' iſt all die Wunderkraft, Die unſrer Mutter Gürtel füllet.
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