Teil eines Werkes 
2. Theil (1812)
Entstehung
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Du thäteſt wohl daran, dein niedliches Geſicht,

Ein Bißchen weniger zum Spotten zu verzerren

Und deinen Roſenmund mit einem Schloß zu ſperren,

Dem Schloß Beſcheidenheit. Furwahr! ich faſſ' es nicht,

Wie du ſo ganz aus allen Schranken

Des Wohlſtands treten kannſt und höhnen, ſtatt zu danken,

Zu danken ja! denn ſage mir,

Kommt wohl ein einzig Werk je rein aus deinen Händen?

Muß ich nicht mit des Putzes Zier

Die Fehler, die du machſt, dem Forſcherblick ent⸗ wenden

Und, was du anfingſt, klug vollenden?

Ich armer Ramler feile dir

Dein rauh Gedicht, und du mißhandelſt mich dafür!

Amalien zum Beyſpiel gabſt du Wangen,

Die Trotz den deinigen mit friſchen Roſen prangen.

Schwarz färbteſt du ihr langes ſeidnes Haar,

Du machteſt rund und weich ihr Händchen, machteſt heller,

Als ein Geſtirn, ihr Augenpaar.

Doch ihre Bruſt blieb platter, als ein Teller.

Sie jammert mich, ich hohl' aus der Türkey,

Damit ſie ſich nicht ſchämen dürfe,

Ein Buſentuch für ſie; ſie trägt's und wird dabey

Als ſittſam noch gerühmt; mit Einem Stein

zwey Würfe! In Dophnens Aug' iſt all die Wunderkraft, Die unſrer Mutter Gürtel füllet.

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