Teil eines Werkes 
5. - 8. Bändchen (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

322

Bäumen um ſie her. Sie ſetzten ſich auf einen Stein mitten in einem Kreiſe der üppigſten Heidelbeerſträu⸗ cher, die da ſtanden und emporwuchſen, und ihnen in ihren Beeren eine ſo beſcheidene, aber für nicht ver⸗ derbte, nordiſche Jünglinge leckere. Erfriſchung dar⸗ boten. Doch muß man zugeſtehen, daß Franz und Richard an dieſem ſchönen Punkte im Trojawalde nicht nur Heidelbeeren aßen, ſondern auch Himbeeren. In munterem Geplauder über Hektor und Achilles, Pria⸗ mos und Odyſſeus, Ilion, Troja, Kleinaſien und ganz Hellas, an nelche die Erinnerung auf der Stelle erwacht war, wo ſie ſich befanden, begannen ſie in ihrem Muthwillen oder vielleicht auch, wie ich vermuthe, aus einer über ſie gekommenen gelehrten Zerſtreutheit die Wurzeln der Heidelbeerſtauden auszureißen, deren ſchöne Beeren ſie bereits mit Ver⸗ gnügen verzehrt hatten. Da wunderte es Franz, daß die Wurzeln ſo ſehr gelb gefärbt waren. Er ſchloß, daß die Erdart, in welcher die Sträucher wuchſen, eine ganz eigene ſein müſſe. Er und Richard ſchnitten ſich Stöcke und begannen nun die Erde in einer ziem⸗ lichen Ausdehnung aufzugraben. Sie konnten nicht umhin, zu bemerken, daß dieſelbe allerdings großen⸗ theils dieſelben Beſtandtheile enthielt, wie die ſma⸗ ländiſche Erde überhaupt, aber mit einem ſtarken Zu⸗ ſatz von etwas wie Terra Cotta. Weiß meine Aka⸗ demie, was Terra Cotta iſt?

Eleonore ſah fragend nach Aurore; aber keine von ihnen ſagte etwas.

Terra Cotta, meine Kinder, iſt ein moderner Name für eine ſehr antike, ja uralte Erdart, die man nicht nur an etruriſchen Vaſen, ſondern auch an Ur⸗ nen, Grabſteinen und Aſchkrügen über einen großen Theil der Vorwelt verbreitet gefanden hat; beſonders aber in ſolchen Ländern, die von dem thrakiſchen Volke und ſeinen Anverwandten um dos ſchwarze Meer berum bewohat worden. Es iſt mit wenig Worten

. 1 1