Teil eines Werkes 
5. - 8. Bändchen (1844)
Entstehung
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nommen iſt. So iſt es ja auch mit der ganzen Welt, mit allem Erdenleben, mit der ganzen Natur. Wenn das Reich Gottes in ihr flammt, wenn ein Engel aus jedem Baum ſpricht und aus jeder Blume athmet, da iſt ſie hoͤchſt herrlich; wenn ſie aber nur an ſich als Erde, als Staub betrachtet wird, ſo iſt ſie der ſchlimmſte, abſcheulichſte und troſtloſeſte Aufenthalt. Zwiſchen dieſen beiden Gegenſätzen aber— zwiſchen einem Zuſtande der Harmonie, wo der Geiſt den gan⸗ zen Körper eingenommen und jeden Saft in ihm ge⸗ funden hat, und dem andern, wo der Geiſt noch ſchlum⸗ mert, und der Körper auf eigene Fauſt herumgeht, und krank, hinfällig, wehleidig iſt— zwiſchen dieſen, meine Freunde, laßt uns billigerweiſe noch einen Zwiſchenzuſtand anerkennen. Dieſer tritt dann ein, wenn ſich der Menſch gerade im Uebergang vom ein⸗ ſeitig Körperlichen zum harmoniſchen Höheren ſich be⸗ findet, wo Geiſt und Körper in eine lebendige Einheit zuſammenfließen. Möchte nicht vielleicht manche Chorea gerade auf dieſem Uebergangspunkte ftehen? Müſſen wir es denn wunderbar finden, wenn ſich bei einer ſo gewaltigen Gährung im ganzen Weſen der Perſon eine größere oder geringere Verzuckung zeigt? Es iſt bekannt, daß, wenn Jemand einer Vorleſung vom

Katheder herunter oder einer Predigt von der Kanzel

aus anwohnt, dieß auf ſein Gehirn einwirkt; voraus⸗ geſetzt nämlich daß das, was geſprochen wird, über⸗ haupt wirkt. Allein der Einfluß, der ſich durch die Gehörnerven dem Gehirne mitgetheilt hat, verbreitet ſich von hier aus in idealer Hinſicht nach der Seele; in realer dagegen nach dem ganzen Nervenſpſtem, das durch das Rückenmark in unmittelbarer Verbindung mit dem Gehirne ſelbſt ſteht. Ich kann daher nicht einſehen, warum Vorleſungen und Predigten bei uns nicht auf den Plexus ſolaris wirken ſollten; ich bin im Gegentheile vollkommen überzeugt, daß Alles was wir hören, ſei es nun vom Katheder aus oder in der