Teil eines Werkes 
5. - 8. Bändchen (1844)
Entstehung
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mit Prahlerei, Jeſuitismus und manchem andern

ismus.“ „Gibt es vielleicht eine dritte?“

„Die dritte— die wahre Art von Chriſtenthum— iſt ſo leicht zu bezeichnen, aber ſo ſchwer zu finden. Sie ſoll Himmel und Erde zugleich ſein, aber ſo, daß das Himmliſche die Herrſchaft führt. Wir thun hier nichts aus Begierde, aus irdiſcher Begierde; ſondern Alles aus Gehorſam; nämlich nicht aus Gehorſam

gegen Jedermann, am allerwenigſten gegen die ſelbſt⸗

ſuchtigen Erfindungen der irdiſchen Autoritäten, welche die Maſſe der Menſchheit in Elend, Unglück und Ver⸗ derben erhalten wollen; ſondern aus Gehorſam gegen den heiligen Geiſt, der ſich in der Wahrheit und vor unſerer Seele offenbart. Billigſt du meine Bemer⸗ kungen hierüber, mein geliebter Bruder? Sag' mir, ob ich den Sinn jener Worte aus dem Munde von Joachima's Sohn richtig aufgefaßt habe? Aber gerade dieſes Vereinigen des Himmliſchen und Irdiſchen in einer lebendigen Einheit iſt ſo leicht zu bezeichnen, und doch hat ſich die Verwirklichung dieſer Idee ſo ungemein ſchwer gezeigt, da die Menſchen nie auf das Einfache losgehen, ſondern am liebſten das Ziel über⸗ ſpringen. Jene beiden Extreme find unendlich beque⸗ mer. Wie kurz und gut erſcheint es nicht, alles Ir⸗ diſche in gerader Konſequenz ausſchließlich zu umfaſſen; oder in gleich nackter Konſequenz das Irdiſche zu ver⸗ werfen! Dieſe beiden Syſteme ſind bald in Worten dargeſtellt; nichts Bequemeres, als nach einem derſel⸗ ben zu predigen, oder einem nachzuleben, bis man den Hals bricht; wonach allerdings keine Schwierigkeit mehr zu überwinden iſt.“ „Ja ſo iſt es. Du haſt ganz furudviſch reden ge⸗ ernt.“ „Aber im Himmliſchen und Irdiſchen zugleich harmoniſch leben, das iſt das ewige Problem der gan⸗ zen Bildung, wie es auch den Endzweck aller Wißen⸗