Meinung, daß das Liſchgebet, obwohl es bei ihm wie gegenwärtig beinahe in allen höheren Häuſern nie gehört wurde, doch eine religiöſe Handlung und, wenn
nur einmal eingeſührt, recht hübſch ſey. Während des
erſten Theils der Mahlzeit war er zwar etwas flille und wunberlich, aber es ging bald vorüber. Die Bergherrin war bei ausgezeichnet guter Laune; ſie ließ ihre Augen mit einem Ausdruck, der nicht beſchrie⸗ ben werden kann, von einem Kind zum andern gehen. Sie ermunterte ihren Mann durch die freundlichſten
Blicke, und entwickelte ein Talent, ihm das Beſte aus
der Schüſſel auszuleſen, das Alles beſiegen mußte. Die Unterhaltung ging ihren gewöhnlichen Gang; er begann ſich verſöhnt und heiter zu fühlen. Als er vom Eſſen aufſtand, war er ſo überzeugt, daß auf's
Nenc ein Tiſchgebet kommen würde und auch ſchon ſo ſehr damit einverſtanden, daß er ſelbſt ſtehen blieb, wartete,
die Hände zuſammen legte und auf Matts ſah. Aber bald mußte er den Kopf zur Linken nach der kleinen Ulla wenden, denn ſie war es, die jetzt mit einer hellen und lieblichen Stimme die ſchönen Worte vorfagte. Als der Kapitain ſeinen Stuhl hinwegſetzte, näherte er ſich ſeiner Frau und ſagte heimlich:„Ein Teufels⸗ kind, die Ulla! was ſie für eine nette Stimme hat.“
Dann wandte er ſich gegen den Informator und
ſagte:„Ich glaube der Unterricht braucht nicht gleich
wieder nach Tiſche zu beginnen, will mir Herr Meden⸗ berg nicht die Ehre ſchenken, und auf einige Augen⸗ blicke in mein Zimmer kommen?“
Als die beiden Herren dort angelangt waren, ging der Kapitain einigemale auf und ab Es war klar, daß Etwas in ihm arbeitete, wofür er Worte ſuchte, um es gehörig zußgr Er warf ein paar Blicke auf Medenberg, die warm, aber zugleich
voll von etwas Gewiſſem waren, das man Ehrerbie⸗ ²—
umkreiſe des Schulzimmers zu bleiben habe, und den Speiſeſgal nichts angehe; doch kam er bald auf die
——„———.—
—
c———„—————
—————


