Teil eines Werkes 
1. - 4. Bändchen (1844)
Entstehung
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dieſe Gemüthslage etwas Idylliſches oder vielmehr Quietiſtiſches. Sein Geſicht zeigte eine Beſcheidenheit, die ihm nie erlaubt haben mochte, irgend eine Leiden⸗ ſchaft von der Art zu hegen, welche man Paſſionen nennt; und dieſe Beſcheidenheit war es wohl, was eine ſo große Jugendlichkeit über ſeine Züge ausbrei⸗ tete, da es ausſah, als ob er ſelbſt nie Etwas von der Welt erfahren habe. Sorte dieſer kryſtallhelle See immer ſo ruhig bleiben? Sollte kein Sturm, kein Lüftchen als nur der kleine Herbſtwind der Armuth ſeine Wogen kräuſeln?

Am zweiten Tag, nachdem er ſein Amt angetreten hatte, geſchah es beim Mittageſſen, als die Familie da ſtand um zu Tiſche zu beten, was immer ſehr eilig und oft ſo vor ſich ging, daß von Mekeroth ſelbſt ſich ohne weiters ſogleich ſetzte, und die übrigen höch⸗ ſtens die Miene machten, die Hände zu falten— daß zu Papas großem Erſtaunen Matts und Ulla nicht mehr mit den gewöhnlichen ungenirten Gebärden ſich bei Tiſche zeigten, ſondern ſo zu ſagen etwas verzagt, ſchamroth und verlegen da ſtanden. Dies war auch die Veranlaſſung, daß Papa nicht nach ſeiner Gewohn⸗ heit ſogleich ſeinen Seſſel nahm, ſondern ſtehen blieb, und neugierig war, was das zu bedeuten habe.„Nun Matts!“— ſprach Herr Medenberg mit einem ern⸗ ſten obwohl ſanften Blick, worauf der Knabe feſt und ſchön, aber unter ſichtlichem Beben ein Tiſchgebet her⸗ zuſagen begann. Ulla hörte ihn mit großer Aufmerk⸗ ſamkeit zu; ſie wußte, daß die Reihe nach Liſche an ſie kommen würde. Alles lief ſehr gut ab; aber man konnte bemerken, daß dem Papa das Blut etwas in's Geſicht ſtieg. Anfangs mochte er kein geringes, wenn nicht Aegerniß, ſo doch Erſtaunen darüber empfinden, das Gebräuche ohne ſeine Erlaubniß, ja ſogar ohne ſeine Wiſſen eingeführt werden könnten. Er hatte ſogar zuerſt im Sinne, dem Herrn Medenberg unter vier Augen zu wiſſen zu thun, daß ſein Geſchäſt im