Teil eines Werkes 
1. - 4. Bändchen (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

26

Ulla!“ antworteie er.„In einem ſo zarten Alter ſchon Sinn für mineralogiſche Steine und Schnecken⸗ ſammlungen zu haben“

„O, mein Lieber, weder ſie noch Matts verſteht Etwas davon. Das alles geſchieht nur, weil Herr

Medenberg es aufgebracht hat; und ſie lieben Steine, Muſcheln, Moos und Blumen wie andere heitere Spielſachen, das verſichere ich dich. Daran iſt nichts

Gefährliches.“

„Aber wie kommſt du vazu, Ulla heute früh ſo

bald herauszulaſſen?“ 8 „So frühe? Sie war nicht gut zurück zu halten: Sie mußte nothwendig, ganz nothwendig zu Bruder

Matts hinaus, der es geſtern mit ihr ausgemacht

hatte, ehe ſie fich niederlegten und—“

„Der Medenberg muß in der That ein großer Kinderfreund ſein, daß er nicht als ein kluger Mann auf die Reiſe ausruht, ſondern ſich damit beluſtigt,

über Berg und Thal mit Zöglingen herum zu ſprin⸗

gen, von denen er erſt noch nicht einmal weiß, ob er

etwas mit ihnen zu thun bekommen wird. Dieſer

Zug gefällt mir nicht übel; es ſieht gewiſſermaßen

uneigennützig aus, obwohl es in einem Alter von dreißig Jahren etwas kindiſch herauskommt.“ „Iſt er ſchon dreißig Jahre alt?“

„Ja er ſieht in der That wie drei⸗ oder vierund⸗

zwanzig aus. Das thut aber nichts; es kommt vielleicht davon her, weil er eben von der Reiſe gekommen

iſt, und ſo etwas aufgereizter iſt. Bredmans Brief beſagt, er ſey dreißig Jahre alt. Vermuthlich hat er

als ein armer Menſch ſolid gelebt.“

„Soll ich alſo die Sache für abgemacht anſehen und die Gardinen in ſeinem Zimmer aufmachen laſ⸗

ſen?“ fragte Frau von Mekeroth.

„Ja was meinſt du denn, Aurorchen, ich weiß nicht, was wir thun ſollen?“ „Wenn du ſelbſt nichts gegen ihn haſt,“ ant⸗