Teil eines Werkes 
1. Th. (1857)
Entstehung
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vermeiden, ſahen ſie einander doch ſehr oft. Als Vormund des jungen Monthermer hatte Maſter Fairlie jetzt ſeine eigene Reihe von Gemächern im Schloſſe und war in der That voll⸗ ſtändigerer Herr des Hauſes als der junge Edelmann ſelbſt.

Die meiſten der alten Diener waren entlaſſen und blos die behalten worden, welche dem neuen Beherrſcher des Haushaltes zuſagten.

Clara ward natürlich von dem ganzen Haushalt wie eine Herrin betrachtet, auch führte ſie auf den ausdrücklichen Wunſch ihres Vaters die Oberaufſicht über Alles.

Es konnte daher nicht anders ſehn, als daß ſie mit dem jungen Herrn der Beſitzung oft in Berührung kam. Ob⸗ ſchon aber ihr Vater in ſie drang, ſo weigerte ſie ſich doch entſchloſſen, an Monthermer's Tafel den Vorſitz zu führen oder auch nur überhaupt zum Vorſchein zu kommen, wenn er Geſellſchaft hatte.

Die Sachen kamen gerade ſo, wie der Verwalter vor⸗ ausgeſehen. Es war unmöglich, daß ein ſo entzündbarer Jüngling wie Gage täglich ein reizendes Mädchen wie Clara ſehen konnte, ohne ſich in ſie zu verlieben. Seine unverkenn⸗ bare Aufmerkſamkeit gegen ſie ließ bald keinen Zweifel in Bezug auf den Zuſtand ſeiner Gefühle übrig.

Ihr Vater freute ſich heimlich darüber, hielt es aber für das Klügſte, ſich nicht einzumiſchen. Er glaubte nicht, daß Clara gegen den ſchönen jungen Mann gleichgiltig ſehn könnte, und dennoch ſah die Kälte ihres Benehmens gegen ihn ganz darnach aus.

So wie Gage feuriger ward, ward ſie zurückhaltender, bis ſie endlich ſich ganz weigerte, ihn zu ſehen.

Der junge Mann liebte zu ſehr, als daß er ſich dadurch beleidigt gefühlt hätte, wohl aber verlangte er eine Erklä⸗

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