Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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Das Gute und das Böſe. 259

Jack, rief die Wittwe zuſammenſchreckend und den Vor⸗ hang bei Seite ziehend.Biſt du es wirklich oder träume ich?

Du träumſt nicht, Mutter, antwortete er.Ich komme, um dir Lebewohl zu ſagen und dich von meiner Befreiung zu benachrichtigen, ehe ich dieſen Ort verlaſſe.

Wohin willſt du? fragte ſeine Mutter.

Ich weiß es ſelbſt nicht, erwiederte Jack;aber es iſt nicht ſicher, lange hier zu bleiben.

Leider, entgegnete die Wittwe, der ſich die furchtbaren Erinnerungen des vorigen Tages wieder aufdrängten,ich weiß es. Ich will dich nicht lange aufhalten. Aber ſage mir, wie du aus deinem Gefängniß entwiſcht biſt, komm und ſetze dich zu mir, hier aufs Bett, gib mir deine Hand, und erzähle mir alles.

Ihr Sohn gehorchte und ſetzte ſich neben ſie auf die geſteppte Bettdecke.

Jack, ſagte Miſtreß Sheppard und faßte ihn mit fie⸗ bernder Hand,ich bin krank geweſen, ſchrecklich krank, ich glaube, ich habe phantaſirt, mir däuchte die ver⸗ gangene Nacht, ich müßte ſterben, ich will dir nicht ſagen, wie viel Kummer du mir verurſacht haſt ich will dir keine Vorwürfe machen. Nur verſprich mir, dich zu beſſern und deine ſchlechten Gefährten zu verlaſſen, und ich will dir verzeihen und dich ſegnen. O, mein liebes, liebes Kind, laß dich bei Zeiten warnen. Du biſt in den Händen eines gottloſen, fürchterlichen Menſchen, der nicht eher ruhen wird, als bis er dich ins Verderben geſtürzt hat. Höre auf die Bitten deiner Mutter und brich ihr nicht das Herz..

Es iſt zu ſpät, erwiederte Jack düſter;ich kann nicht ehrlich ſein, wenn ich auch wollte.

O ſprich nicht ſo, verſetzte ſeine unglückliche Mutter. Es iſt nie zu ſpät. Ich weiß, daß du in Jonathan Wild's