Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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Wie Jack Sheppard aus dem Gefängniß zu Willesden brach. 255

etwas Branntwein hätte. Dieſe Bitte, welche Herr Dump mit der äußerſten Geringſchätzung anhörte, machte jedoch auf eine draußen befindliche Perſon einigen Eindruck; denn der Konſtabel hatte ſich noch nicht lange entfernt, als Jack ein Klopfen an der Thür hörte und ein Pſeifenrohr zwiſchen den Stangen des Gitters erblickte. Er errieth ſogleich den Zweck dieſes finnreichen Auskunfsmittels und ſog wacker an der Spitze, während die Perſon draußen Branntwein in den Kopf goß. Als er zur Genüge getrunken und ſeinem unbe⸗ kannten Freunde gedankt hatte, legte Jack ſich wieder auf das Stroh und erquickte ſich mit einem zweiten Schläſchen, mit der Abſicht, beim Anbruch der völligen Dunkelheit auf⸗ zuſtehn. Der ſtarke Trunk, den er gethan hatte, verbunden mit der überſtandenen Mühſeligkeit und Angſt, verlängerte ſeinen Schlummer über die Gebühr, und als er erwachte, begann es eben zu tagen. Seine Schläfrigkeit verfluchend, ſchüttelte Jack ſich bald wach und machte ſich allen Ernſtes ans Werk. Mit Hülfe einiger Unebenheiten an der Thür gelang es ihm bald, bis ans Dach heranzuklettern, und als er auf einem kleinen Mauervorſprung ſeſten Fuß gefaßt hatte, fing er ſeine Heugabel mit großem Nachdruck an zu gebrau⸗ chen. Ehe viele Minuten um waren, hatte er ein großes Loch in den Mörtel geſtoßen, der in einer Staubwolke herab⸗ ſtrömte; und nachdem er mehrere Latten abgeriſſen hatte, ſtieß er auf einen Balken, an dem er ſich mit der einen Hand feſthielt, während es ihm mit der andern, wiewohl nicht ohne Schwierigkeit gelang, einen der Dachziegel heraus⸗ zuzwängen. Das Uebrige war leicht. In wenig Minuten hatte er eine Breſche durch das Dach gemacht, die weit ge⸗ nug war, um ihn durchzulaſſen. Kaum war er durch dies Loch gekrochen, und er wollte ſich grade hinunterlaſſen, als ihn das raſche Nahen von Pferdehufen ſtutzig machte, und er hatte eben nur Zeit, ſich hinter der größten der vorhin