256 Zweiter Abſchnitt. 1715. Thames Darrell.
erwähnten Tafeln zu verſtecken, als auch ſchon zwei Reiter herantrabten. Anſtatt weiter zu reiten, wie Jack erwartete, machten dieſe Perſonen vor dem Gefängniſſe Halt und einer von ihnen, nach dem Gehör zu urtheilen, denn Jack wagte nicht aus ſeinem Verſteck hervorzublicken, ſtieg ab. Dann ließ ſich ein Geräuſch hören, als ob irgend ein Werkzeug an die Thür geſetzt würde, um ſie zu erbrechen, und Jack's Furcht war auf einmal zerronnen. Zuerſt hatte er gedacht, es wären Polizeidiener, die ihn in ein feſteres Gefängniß bringen wollten, aber die Stimme des einen, die er ſogleich wiedererkannte, verrieth ihm, daß es ſeine Freunde waren.
„Donnerwetter, Blauhaut, ſpute dich!“ murrte die tiefe Stimme Jonathan Wild's.„Wir werden das ganze Dorf auf dem Halſe haben, während du die Winde ſchränkſt.* So brauche doch die Klamoniß, Menſch!“
„Es braucht hier weder Dietrich noch Brechſtange mehr, Herr Wild,“ rief Jack, indem er ſeinen Hut auf den rechten Arm des Wegweiſers ſetzte und ſich über die Tafel lehnte, vich habe den Witz ſchon ſelbſt abgemacht.“
„Ha, was Teufel iſt dies?“ rief Jonathan hinaufſehend. „Biſt du aus dem Neſt ausgebrochen, Jock?“
„So was wird's wohl ſein,“ erwiederte der Burſche leichthin.
„Bravo!“ rief der Diebsfänger beifällig.
„Wahrhaftig, das geht über Alles, was man je gehört hat!“ brüllte Blauhaut.„Aber biſt du wirklich da?“
„Nein, ich bin hier,“ antwortete Jack hinunterſpringend. „Ich will Ihnen was ſagen, Herr Wild,“ fuhr er lachend fort,„es muß ein ſtärkeres Gefängniß als das Willesden⸗ ſche ſein, das mich halten ſoll.“
„Ja, ja,“ meinte Jonathan,„du wirſt den Schließern von Sr. Majeſtät Gefängniſſen manchen Verdruß machen, * Die Thür brichſt.»„ Dietriche.


