254 Zweiter Abſchnitt. 1715. Thames Darrell.
Gitter über der Thür nach ihm hereinſah, ſo kam doch Nie⸗ mand in das Gefängniß oder ließ ſich mit ihm in eine Unter⸗ haltung ein. Da er ſich ziemlich erſchöpft fühlte, ſo fiel es ihm bei, daß der Konſtabel ihm vielleicht einigen Mund⸗ vorrath zurückgelaſſen haben könnte; und als er mit den Augen danach ſuchte, bemerkte er auch einen Krug Waſſer und ein kleines ſchwarzes Brod. Er aß von dem Brod mit großem Appetit, und nachdem er ſeinen Durſt geſtillt hatte, goß er den Reſt des Waſſers auf den Fußboden. Mit der Befriedigung ſeines Hungers kehrte auch ſein Lebensmuth und mit dieſem ſeine ganze angeborne Keckheit wieder. Und jetzt ſuchte ihn zum erſtenmal jener Genius heim, welcher ihn in ſeiner ſpäteren Laufbahn zu ſo vielen kühnen und er⸗ folgreichen Thaten anſpornte. Als er ſich in dem Gefängniß umſah, dämmerte der Gedanke an die Möglichkeit einer Flucht in ihm auf. Die Thür war zu feſt und wohl verſchloſſen, um aufgebrochen zu werden, die Mauern zu dick; aber die Decke,— wenn er ſie nur erreichen könnte, ſo bezweifelte er nicht, dort einen Ausweg zu finden. Während er auf dieſe Weiſe ſeinen Fluchtverſuch überlegte und ſich auf dem Stroh umherwälzte, gerieth er auf eine alte zerbrochene und roſtige Heugabel. Hier war ein Werkzeug, das ihm bei der Ausführung ſeines Planes die wichtigſten Dienſte leiſten konnte. Er legte es ſorgfältig auf die Seite und beſchloß den Verſuch bis auf die Nacht aufzuſchieben. Die Zeit ver⸗ ging dem Gefangenen ziemlich langſam, und er mufßte ſeine Ungeduld ſo gut wie möglich bezwingen, aber als die abend⸗ lichen Schatten heraufzogen, ward die Thür aufgeſchloßen und Herr Dump ſteckte ſeinen Kopf in das Gefängniß. Er brachte wieder ein kleines Brod und eine Kanne, aus welcher er den Krug füllte, und ermahnte Jack, gut hauszuhalten, da er vor Morgen nichts mehr erhalten würde. Hierauf erwiederte Jack, daß er ganz zufrieden wäre, wenn er nur


