Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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Wie Jack Sheppard aus dem Gefängniß zu Willesden brach. 253

Schauſpiel zu entgehen, und fühlte ſich ſogar erleichtert, als die Mauern ſeiner kleinen Zelle ihn davon und von den Ver⸗ wünſchungen des Pöbels trennten.

Das Gefängniß zu Willesden war und iſt, denn es ſteht noch, ein kleines rundes Gebäude ungefähr acht Fuß hoch mit ſpitz zulaufendem Ziegeldach, an welchem eine An⸗ zahl von Tafeln mit verſchiedenen Warnungsanzeigen an Vagabunden und anderes Geſindel befeſtigt ſind. Ueber dieſen Tafeln erhebt ſich ein Wegweiſer mit zwei Armen, von denen der rechte nach den benachbarten Dörfern Neasdon und Kings⸗ bury und der andere nach der Edgewareſchen Landſtraße und den geſunden Höhen von Hampſtead zeigt. Das Gefängniß hat eine feſte Thüre mit einem Eiſengitter darüber und iſt außerdem mit einem ſtarken Riegel und Vorhängſchloß ver⸗ wahrt. Es hat eine maleriſche Lage unter einem Baum an der Landſtraße in geringer Entfernung von dem Wirthshauſe und von der Kirche.

Jack blieb einige Zeit nach ſeiner Einſperrung in einer niedergeſchlagenen Stimmung. Von ſeinem ältern Ver⸗ brechensgenoſſen und Anſtifter verlaſſen, wußte er nicht, was aus ihm werden ſollte; auch war das traurige Schauſpiel, deſſen Zeuge er zuletzt geweſen war, wie geſagt, nicht ohne Wirkung auf ihn. Obgleich er innerhalb der letzten beiden Tage mehrere gehäſſige Vergehen, und unter dieſen ein viel ſtrafbareres, als die, mit welchen der Leſer ſchon bekannt iſt, begangen hatte, ſo war ſein Gemüth doch noch nicht ſo verſtockt, um gegen die Mahnungen des Gewiſſens unem⸗ pfindlich zu ſein. Ermüdet von dem Gedanken an das Ver⸗ gangene und erſchreckt über ſeine Ausſichten in die Zukunft, warf er ſich endlich auf das Stroh, mit dem der Fußboden des Gefängniſſes bedeckt war und verſuchte einzuſchlafen. Als er erwachte, war es ſpät am Tage; aber obgleich er draußen Stimmen hörte und dann und wann ein Geſicht durch das