Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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252 Zweiter Abſchnitt. 1715. Thames Darrell.

heftig ſeine Unſchuld. Umſonſt verſprach der Tuchhändler, ihn freizulaſſen, wenn er den geſtohlenen Gegenſtand auslieferte oder ſeinen Mitſchuldigen angäbe, dem er ihn etwa zugeſteckt hätte. Er antwortete mit der größten Dreiſtigkeit, daß er nicht das geringſte von der ganzen Sache wiſſe, kein Taſchen⸗ buch geſehen habe und keinen Mitſchuldigen anzugeben habe. Auch begnügte er ſich nicht damit, die Beſchuldigung des Verbrechens abzuweiſen, ſondern begann auch ſeinerſeits ſei⸗ nem Ankläger zu drohen und ihn mit den bitterſten Schmähun⸗ gen zu überhäufen. Der Kirchhof hatte ſich allmälig mit Zu⸗ ſchauern angefüllt, von denen einige ſich nach verſchiedenen Richtungen zerſtreuten, um den andern Dieb aufzufinden. Aber ſie konnten im Dorf nichts weiter ermitteln, als daß ein Mann kurz vorher in der Richtung nach London fort⸗ geritten wäre. Dieſem Mann beſchloß Kneebone nachzuſetzen; er ließ Jack daher unter der Obhut des Konſtabels und be⸗ gab ſich nach dem kleinen Wirthshauſe, welches damals wie heute das Zeichen der Sechs Glocken trug, wo er ſogleich ſein Pferd ſatteln ließ und in vollem Gallopp dahinſprengte.

Unterdeſſen kam man nach einer kurzen Berathung zwiſchen Herrn Dump und den Dorfbehörden überein, den Angeklagten in dem Gefängniß einzuſperren. Während er dorthin gebracht wurde, ereignete ſich ein Vorfall, der einen tiefen Eindruck auf die Gefühle des jugendlichen Verbrechers machte. Gerade als ſie den öſtlichen Ausgang des Kirchhofes erreichten, wo die hohen Rüſtern ihren kühlen Schatten über die länvlichen Gräber warfen, trat eine Stockung ein. An dieſem Thore vereinigen ſich zwei Fußſteige. Auf dem einen ward der junge Taugenichts fortgeſchleppt, und auf dem andern trugen mehrere Frauen ein ohnmächtiges Weib hinaus. Es war ſeine Mutter, und als ſein Blick auf ihre bleichen Züge und ihre lebloſe Geſtalt fiel, ſchlug ihm heftig das Herz. Er trieb ſeine Führer zu größerer Eile an, um dieſem betrübenden