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Tag zu Tag ſehe ich heller,— gleichſam als zöge mir eine unſichtbare Hand einen Schleier nach dem andern von meinem geiſtigen Auge hinweg.— Mir wird Vieles jetzt erſt klar und bedeutend, woran ich Jahre lang fühllos vorüberging.—“
„Ja, ja,“ erwiderte Frau vou Richtern,„dieſe ernſte Zeit mit all ihren Schrecken vernichtet die ſchwachen, ſtärkt und kräftigt aber die ſtarken Geiſter!“
„O, dann mag dieſe böſe Zeit noch recht lange dauern,“ rief die Gräfin in ihrer liebenswürdigen, kindlichen Weiſe,„damit ja kein Rückfall bei mir eintrete!“
„Das fürchte ich nicht!“ erwiderte unwillkürlich lächelnd Frau von Richtern;„der Geiſt kann lange ſchlafen, iſt er aber einmal zum Bewußtſein er⸗ wacht, dann ſchläft er ſo leicht nicht wieder ein.“
„Das gebe der Himmel!“ rief Auguſte recht andächtig.
Und Eglantine?— Eglantine war ſehr viel ſeit Emiliens Tode bei des Pfarrherrn alter Mutter geweſen, hatte dieſe gepflegt, unterhalten, ihr die Wirthſchaftsſorgen ſo viel als möglich abgenommen,
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