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Glaube, Liebe, Hoffnung : drei Novellen / von Chlodwig
Entstehung
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nommen, als deren Mutter, das Zeitliche ſegnend, ihren Koͤrper wiedergab der Erde, und ihren Geiſt empor ſchwang zum ewigen Leben.

Kinder, begann die Matrone, mit ſanft be⸗ wegter Stimme,ich habe nur wenig Zeit Euch zu goͤnnen, ſo gern ich auch nie zu trennen Euch wuͤn⸗ ſche; doch lange kann dein Vater, Camilla, und der Mareſe nicht bleiben, darum faſſet Euch kurz: eh' ſie zuruͤck kehren, muͤßt ihr noch ſcheiden.

Die ſchonenden Worte der Matrone ermahnten Leonardo, warum er gekommen; auch an ſein Verſprechen, das er Antonio gegeben: ſich ſtark zu zeigen in den ſchwerſten Augenblicken, die noch das Schickſal hervorgezaubert in ſeinem Daſein. Gefaßt erhob er ſich daher von ſeinen Knieen und umſchlang die ſchöne Weinende, und küßte ihre Thränen von den zarten Wangen.

Weine nicht, Holde, ſagte er, in beſaͤnfti⸗ genden, bittenden Lauten, die ſo gern Eingang ſin⸗ den und Beruhigung gießen in liebende Herzen, wenn ſie den Lippen des heiß Geliebten zaubriſch entſtro⸗ men,weine nicht, wir ſehen uns wieder. Auch mein Glaube war vernichtet; ich glaubte an keinen Gott mehr, und doch füuͤhlte ich, daß ich nie ſo no⸗ thig ſeiner bedurfte, ich glaubte an keine Zukunft mehr, und doch zitterte ich bei dem Gedanken: der⸗ einſt ſie zu genießen nicht würdig zu erſcheinen; ich glaubte an keine Liebe mehr, und doch hatte ich nie