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Glaube, Liebe, Hoffnung : drei Novellen / von Chlodwig
Entstehung
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aus den Falten ihres himmelblauen Kleides ſchienen zu ſteigen. Nur eine einzige weiße Roſenknospe, ſchon halb verwelkt, mit wenigen hängenden Blät⸗ tern, lauſchte aus der Fuͤlle der Locken, und das ſinkende Licht der naͤhrenden Erde umſtrahlte das ſchöne Geſicht mit einer zauberiſchen Glorie. Unbe⸗ merkt von Camilla war Leonardo in das Zimmer getreten und ſtaunend in ihren Anblick verſunken; ſein Herz ſchlug hörbar, aber es konnte Camilla aus ihrem wachenden Traume nicht wecken, und erſt als Leonardo ſich ihr ſtuͤrmiſch zu Fuͤßen warf, lenkte ſie auf ihn die dunkeln Sterne ihrer brennenden Augen, die beim Anblick des Geliebten gleich in lie⸗ bender Ruͤhrung uͤberfloſſen, und die hohe Stirn des Juͤnglings bethauten. Mehrere Minuten verflogen ſo im ſtummen Rauſche ſchmerzvoller Wonne, im Gefuͤhle des Entzuͤckens einander ſo nahe zu ſein, und doch nur zum letzten Male, um fuͤr immer ge⸗ trennt nun zu werden. Mit zahlloſen Kuͤſſen bedeckte Leonardo die Haͤnde Camillas, und auch ſie druckte ihre gluͤhenden Lippen auf ſeine benetzte Stirn: den geſpendeten Thau fuͤr ihre Seele wieder zu ſaugen. Mit Leonardo zugleich war ſchweigend auch eine ehr⸗ wuͤrdige Matrone ins Zimmer getreten; ſie war die ältere Schweſter der Mutter Camillas und liebende Pflegerin dieſer. Zehn Jahre ſchon hatte Claudia ihren Gatten verloren, und ſelbſt kinderlos, ſich mit ganzer Liebe der damals ſechsjährigen Camilla ange⸗