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Leis zitternd verhallte der letzte Ton der Cither, den Camilla den Saiten entlockt, in den Raum des jungfräulichen Zimmers. Sanft legte ſie das tonende Inſtrument neben ſich auf die ſchwellenden Kiſſen der Ottomane und ihr roſiger Mund begleitete den Liebling ihrer Freuden, jetzt ihrer Klagen, mit ei⸗ nem wehmuthsvollen Ausdruck.„Ruhe!“ ſagte ſie, kaum den Sammet der Lippen bewegend,„dich wird man mir doch wohl laſſen.“ Und wie in der Mut⸗ ter liebendem Antlitz ſich die Schmerzen des kranken Säuglings ſpiegeln, blickte Camilla auf ihre Cither, aber ohne Thränen im bangenden Auge, nur bemuͤht, die Geliebte ſorgender zu betten und ſchon erſtarrt bei dem Gedanken: auch ſie koͤnne ihr werden ent⸗ riſſen. Faſt blendend fiel der Schein des Gewoͤlkes der in Gold und Purpur untertauchenden Sonne auf die ſchone Geſtalt Camillas, die wie eingefugt, in uͤppigſten Formen, in die weichen Polſter ſaß in Gedanken verſunken. Schmucklos rollten ſich ihre ſeidenen Locken in ſpiegelnder Schwaͤrze von den weißen Schläfen auf den wogenden Buſen und vol⸗ len Nacken, nur leicht bedeckt mit ſchneeigen Blon⸗ den, die im Glanze der Beleuchtung ſpielten wie verſchiedenfarbiges, edles Metall, angelegt, um die Wogen zu preſſen, die im unerlaͤßlichen Schwellen


