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Tugend, denn ein edles Weib kann ſich fuͤr ihren Glauben, ihrer Liebe, ihren Pflichten opfern; aber nie wird ſie ihre Tugend vernichten.“
„Dieſe drei Symbole, mein Sohn, ſchließ in dein Herz, ſie moͤgen dich begleiten; glaube an ſie, und du trägſt eine Welt in deiner Bruſt, die keine Macht kann beſiegen, die dir Troſt, Ruhe und Er⸗ gebung in den Willen des Hoͤchſten ſpendet und dich ſelbſt noch an den Pforten des Grabes, bekraͤnzt mit dem hehren Bewußtſein: Jenſeits das Gluͤck zu genießen, ſelig und ewig in Klarheit zu wandeln, die dir die Zuverſicht giebt: dort deine Geliebte, als Engel des Lichts, wieder zu finden und in Ewig⸗ keit zu umarmen.“„Und nun geh, mein Sohn,“ fuhr Antonio mit Ruͤhrung fort, die Hand auf das Lockenhaupt des Juͤnglings ſegnend legend,„und nimm meinen Segen; die heilige Jungfrau wird dich beſchuͤtzen und deine Camilla bewahren in ih⸗ rer gebenedeiten Liebe; was ich fuͤr euch thun kann, das erwartet vom Freunde; doch iſt alle Muͤhe ver⸗ gebens: ſo ſtärke und troͤſte euch euer Glaube!“
Schluchzend ſank Leonardo an die Bruſt des ehrwuͤrdigen Paters, ſeine Thränen rannen unge⸗ hemmt und erſtickten ſeine Worte.„Geh, Leonardo,“ ſagte der Greis noch einmal ſchonend, und auch ihm benetzten die Quellen der Ruͤhrung die bleichen Wangen,„geh, mache uns die Trennung nicht noch ſchwerer; ſei ein Mann, und wenn du von Camilla


