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Ihm“(ſie meinte hiemit ihren Mann)„dürft' ich davon nicht ſchnaufen, da wär gleich Feuer und Flamm' auf dem Dach. Guck, mir iſt es halt immer, wie wenn ich ein' ſchwere Sünd begangen hätt'; guck, ich hab' ihm ſein Herz ſo ſchwer gemacht, und er iſt gar ein gut Kind, es iſt kein bös Blutströpfle in ihm und da wird er mir zu lieb Geiſt⸗ lich und ſein Herz hangt doch an der Welt, und das iſt ein' ſchwere Sünd'.“
„Das iſt ja ganz erſchrecklich, da hätt' ich kein ruhige Stund'“ da müßt' mir geholfen ſein.“
„Ja, aber wie? Guck, ich möcht' ihm das gern zu wiſſen thun, und hinter Ihm“(ſie meinte hiemit wieder ihren Mann)„mag ich mich doch dem Schullehrer nicht anvertrauen, und ich kann doch ſelber nicht mehr ſchreiben.“
„Da iſt leicht geholfen, da ſchreib' halt ich, ich kann's ganz gut, und Ihr ſaget mir Alles vor.“
Ja, das iſt ja wahr, daran hab' ich gar nicht dacht. Du biſt ein lieb Kind, komm wir wollen gleich.“
Nun war aber ein großer Jammer, denn nirgends war eine geſchnittene Feder zu finden; ſo klein dieß auch erſchei⸗ nen mag, ſo war es doch ein großer Mangel. Emmerenz wollte zum Schullehrer gehen und ſich eine ſchneiden laſſen, ſie wollte der fragenden Frau Schulmeiſterin ſchon was vor⸗ lügen, aber Chriſtine duldete es nicht.„Wir dürfen nicht mit einer Sünd' anfangen,“ ſagte ſie. Die gleiche Antwort gab ſie auch, als Emmerenz ſagte, ſie wiſſe, wo der Schul⸗ lehrer ſeine Federn liegen habe, ſie wolle eine ſtehlen und dafür ein Dutzend ungeſchnittene Eckfedern hinlegen. Endlich rief Emmerenz, ſich erhebend:„Ich kriege eine. Meiner Schweſter ihr Bub, der Karle, geht ja in die Schul, der muß mir eine geben.“ Sie ſprang fort und kehrte jubelnd, eine Feder in der Hand, zurück.
Nun ſetzte ſie ſich an den Tiſch, zog mit einer Kluf*)
*) Kluf„ Stecknadel.


