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„Schämſt du dich, mir's zu ſagen?“
„Kein Bröſele, aber ich weiß halt nichts.“
„Nun, was haſt du heut' Morgen bei'm Dinkel⸗*) ſchneiden gedacht? was für Gedanken ſind dir durch den Kopf gegangen?“
„Ja, da muß ich mich beſinnen, du darfſt mich aber nicht auslachen.“
„Nein.“
„Zuerſt hab' ich, glaub' ich, an gar nichts gedenkt. Du könnteſt mich drauf rädern, es fällt mir nichts ein. Ja doch, ich hab' dacht, wie lang wir da zu ſchneiden haben. Hernach bin ich auf ein Wachtelneſt geſtoßen, da ſind ganz junge Vögele drin geweſen; jetzt hab' ich's auf die Seite than, daß es die Buben nicht kriegen. Jetzt hätt' ich gar zu gern die Alten geſehen, wie die ſich wundern, wenn auf einmal ihr Haus an einem andern Fleck ſteht. Jetzt iſt mir das Lied vom Nazi eingefallen, du kannſt's ja auch ſo ſchön ſingen, das von der armen Seel. Jetzt hab' ich ſo dacht wo mag auch der Nazi ſein. Jetzt, ja, jetzt hab ich dacht: es iſt gut, daß bald Mittag iſt, denn ich hab einen wetterlichen Hunger gehabt. So, das iſt Alles. Gelt, das iſt nicht viel?“ Scheu zupfte das Mädchen an ſeinen Klei⸗ dern und wollte den Blick gar nicht erheben! Jvo fragte nun wieder:
„Denkſt du denn nicht auch als daran, wie wunderbar es iſt, daß Gott das Samenkorn, das der Menſch geſät, ſiebenfältig aufſchießen läßt, daß die Saat unter dem Schnee ſchläft, bis die Frühlingsſonne ſie weckt? wie viel Millio⸗ nen Menſchen ſich ſchon von dem Safte der Erde genährt und ihn doch nie erſchöpfen?“
„Ja wohl, das hab' ich auch ſchon denkt, aber von ihm ſelber wär' ich nicht drauf kommen; der Pfarrer hat das auch oft in der Predigt und in der Chriſtenlehr geſagt.
*) Dinkel, Roggen.
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