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Guck, wenn man ſelbſt ſo viel mit dem Sach zu ſchaffen hat, da kommt man auf keine ſolche Gedanken, da denkt man halt: iſt's bald zeitig und gibt's viel aus? Die Pfar⸗ rer, die nicht im Feld ſchaffen, die kein'n Dung nausführen und nicht dreſchen, die kommen eher auf ſolche Gedanken.“
„Du mußt ſie auch öfter aufſuchen, dann findeſt Du ſie von ſelber, thu das Emmerenz.“
„Ja wohl, das will ich, du haſt recht, es iſt immer gut, wenn man Einen ermahnt. Wenn du mich wieder fragſt, wirſt ſehen, kann ich Dir mehr ſagen; ich bin nicht ſo dumm.“
„Und recht lieb,“ ſagte Jvo. Er wollte ihre Hand faſſen, hielt aber ſchnell wieder an ſich; das aber konnte er ſich nicht verwehren, daß er das kernhafte Weſen des Mäd⸗ chens immer mehr liebte.——
Mit tief erſchütterter Seele kehrte Jvo wieder in das Kloſter zurück. Er bewunderte die Heldenkraft ſeiner Mutter und gelobte ſich, ihr nachzuſtreben; aber noch Anderes bewegte ſeine Bruſt: das Paradies ſeines elterlichen Hauſes war aus Schmerz und Qual vor ſeinen Augen wideer erſtanden. Er erkannte, welch' eine unverſiegbare Seligkeit es iſt, wenn zwei liebende Herzen feſt an einander halten und im ewigen Wechſel des Lebens ſich traut an einander ſchmiegen. Der mächtig zurückgehaltene ewige Schmerz trat hervor. Er dachte an Emmerenz— und im dunkeln Tannenwalde ſaß er und weinte. Drunten im Thale ſchrillten die grellen Töne einer Sägmühle, Jvo wünſchte, daß dieß die Bretter zu ſeinem Sarge ſein möchten, die man dort bereite.——
In der nächſten Vacanz war Jvo wiederum faſt immer zu Hauſe; hier war jetzt ein ſeliges Leben, Valentin war wie ausgewechſelt, kein lautes Wort wurde vernommen, ein jedes behandelte das andere liebreich und zart, es war wie ein ſteter Palmſonntag aus der Kinderzeit. Aber alle dieſe Ruhe erregte auch in Jvo eine Unruhe, alle dieſe Freude erweckte ihm auch Schmerz und Unfriede; er erkannte deutlich 20


