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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Valentin, es geht wieder Alles gut. Unſer Herrgott hat uns nur verſuchen wollen.“——

Die Mutter Chriſtine genas wunderbar ſchnell. Valen⸗ tin hielt getreulich Wort. Er wachte um ſeine Frau wie um ein höheres Leben, der leiſeſte Wink ihres Auges war ihm ein fröhliches Gebot; man mußte ihn zwingen, ſich nur einige Nachtruhe zu gönnen.

Emmerenz und Jvo wechſelten oft ab, um bei der Mut⸗ ter zu wachen, und dieſe ſagte manchmal:„Ihr ſeid liebe, brave Kinder, unſer Herrgott wird's euch g'wiß gut gehen laſſen.“

Oft auch, wenn die Mutter ſchlief und das Eine kam, um das Andere abzulöſen, redeten ſie noch lange mit einander. Jvo offenbarte der Emmerenz den tiefſten Wunſch ſeiner Seele nach einer anſtrengenden Arbeit, und ſie ſagte:„Ja, ich kann mir's denken, ich könnt' nicht leben, wenn ich nicht recht tüchtig zu ſchaffen hätt?; ich will mich nichts berüh⸗ men, aber im Schaffen nehm ich's mit einer jeden im Dorf auf.“

„Und wenn du erſt ein eigen Hausweſen hätteſt, gelt, da thäteſt du erſt rechtſchaffen arbeiten?“

„Ja,“ ſagte Emmerenz und ſtreifte ihre kurzen Hemd⸗ ärmel noch beſſer hinauf und ſtraffte ihre kräftigen Arme gleich als müſſe ſie jetzt augenblicklich zugreifen.„Ja, wenn das wär' aber es iſt mir auch ſo kein Arbeit zu viel.“

„Nun,“ ſagte Jvo,„denkſt du denn auch als etwas bei der Arbeit?“

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„Was denn?“

„Was einem eben ſo in den Sinn kommt, ich hab' mich noch nie darum beſonnen.“

„Nun ſag' mir's zum Beiſpiel.“

„Ja, da weiß ich nichts.“

Das ſonſt ſo zuverſichtliche Mädchen wußte ſich vor Verlegenheit gar nicht zu helfen.