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durch die Seele fahren, will ich Dein gedenken, o heilige Mutter Gottes! und ſtille dulden. Bete mit mir, lieber Jvo.“
Ohne einen Laut von ſich zu geben, ließ ſie die Ope⸗ ration vollziehen, und als das Bein unter gewaltigem Drucke knackte, als Alles ringsum weinte und ſtöhnte, als der Vater halb ohnmächtig in die Kammer geführt und hinter der verſchloſſenen Thüre ſein halb unterdrücktes Schluchzen laut wurde, da war die Mutter Chriſtine ſtill und regungs⸗ los, nur ihre Lippen bewegten ſich, ihr Auge war feſt auf den Heiland gerichtet, und ein heiliger Glanz leuchtete da⸗ raus hervor.
Als nun Alles vollendet war, und ſelbſt der Chirurgus
nicht umhin konnte, die Heldenkraft der Kranken zu preiſen,
da ſank Chriſtine in die Kiſſen zurück, ihr Auge ſchloß ſich, aber eine lichte Glorie ſchwebte auf ihrem Antlitze. Alle
Anweſenden ſtanden in ſtummer Bewunderung. Der Vater
war wieder eingetreten. Er beugte ſich über ſeine Frau, als er ihren Athem fühlte, blickte er mit einem ſchweren Seufzer und dem Rufe:„Gelobt ſei Gott,“ nach oben. Ivo kniete an dem Bette nieder, er blickte zu ſeiner Mutter auf und betete die Verklärte an. Alles faltete ſtill die Hände, Niemand wagte einen Laut, und es war, wie wenn der lebendige Geiſt Gottes durch alle Herzen zöge.
Als die Mutter Chriſtine erwachte und„Valentin!“ rief, eilte dieſer auf ſie zu, faßte ihre Hand, drückte ſie an ſein Herz und weinte.
„Gelt,“ ſagte er endlich,„du verzeihſt mir? du ſollſt gwiß kein unſchön Wörtle mehr von mir kriegen. Ich bin dich nicht werth, das ſeh' ich erſt jetzt doppelt ein; und wenn unſer Herrgott dich mir genommen hätt', ich wär' toll geworden.“
„Sei nur ruhig, Valentin, ich hab' dir nichts zu ver⸗ zeihen, ich weiß wohl, du biſt gut, wenn du auch manchmal nicht ſo biſt, wie du biſt. Gräm' dich nur jetzt nicht,


