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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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vollführt; ich wollte es nicht, aber der Herr hat meinen Arm gegen dich geſchleudert. Du biſt mein Herzbruder und durch mich mußteſt du gezüchtigt werden, daß du es fühleſt, wie zweiſchneidige Schwerter durch dein Gebein fahren.

Wirſt du mich von dir ſtoßen, ſo iſt das die härteſte Strafe, die der Herr über dich verhängte; er will dir deinen beſten Freund nehmen. Thue wie dir dein Geiſt befiehlt, verſtoße mich, dann biſt du zwiefach elend. In tiefe Nacht muß dich der Herr tauchen, damit du zum Licht kommſt, mit Wehmuth muß er dich tränken, mit Galle dich ſättigen, bis der Lügengeiſt aus dir ausfahre und der Sündenſchlamm von dir abfällt. Herr! laß dir dieß Opfer wohlgefallen, ich opfere dir ein Stück meines Herzens, meinen Freund. Du biſt mein Freund, o Herr! Vergib mir, daß meine Seele noch an ihm hing, der da iſt ein Fraß der Würmer. Begnadige mich, o Herr! reiche mir den vollen Becher des Schmerzes, führ' mich den Dornenweg, zu dir, zu dir!“

Wehmüthig ſtand Jvo da und blickte auf ſeinen Freund, deſſen überquillende Heftigkeit er wohl kannte, er wollte ihn aufrichten, Clemens aber wehrte es ab und Jvo er⸗ kannte bald den vollen Gedankenlauf dieſer Verzückung; mit unbeſchreiblichem Schmerze ſah er dann hier in ſeinem lebendigen Freunde deſſen Leiche vor ſich, und wiederum war es ihm, als ſtünde ſein eigener Geiſt vor ſeinem eigenen entſeelten Körper und ſähe ihn zum letztenmale zuſammen⸗ zucken; ihn ſchwindelte. Er verſuchte es nochmals Elemens aufzuheben, dieſer aber richtete ſich ſtraff auf und fragte Jvo gebieteriſch:

„Willſt du Buße thun? Willſt du mit den Thränen der Reue den Roſt deiner Seele abwaſchen?“

„Nein.“

„So fahre zur Hölle!“ rief Clemens, Jvo abermals packend, dieſer aber wehrte kräftig ab, und der Wilde ſagte bittend:„ſchlage mich, tritt mich, ich will Alles gern über mich nehmen, aber retten muß ich dich, das will der Herr.“